Holzvergaser V4.50 auf Reisen

Holzvergaser V4.50 auf Reisen

Seit November 2021 sind wir mit unserem Holzvergaser Teil des europäischen Förderprojekts "FRONTSH1P", das im Rahmen des Forschungs- und Innovationsprogramms "Horizon 2020" gefördert wird, beschäftigt. Das Projekt unterteilt vier große Themen-Schwerpunkte: Holzverpackungen, Lebens- und Futtermittel, Wasser und Nährstoffe sowie Kunststoff- und Gummiabfälle. Ziel ist es, die Kreislaufwirtschaft in den jeweiligen Sektoren in bestimmten Regionen, z.B. in Łódzkie (Polen) voranzutreiben. Der Projektteil Holzverpackungen hat das Ziel, zirkuläre Lösungen zur Verwertung von Holzverpackungsrückständen zu finden, damit diese nicht mehr nur als Abfall, sondern als wertvolle Ressource betrachtet werden. Zudem soll die Kaskardennutzung des Rohstoffs Holz vorangetrieben werden: Nach der Nutzung als Holzverpackung wird hochwertiges Holz aufbereitet und für die Herstellung von Holzwaren (z. B. Tische oder Stühle) recycelt. Holzreste oder minderwertiges Holz können energetisch genutzt und CO2 aus dem Abgas für Industrieprozesse abgetrennt werden.

Hierfür stellen wir unseren Holzvergaser V4.50 (ohne BHKW) im Container zur Verfügung. Betrieben wird der Holzvergaser mit Altholz-Holzpellets aus Holzpaletten und anderen Holzverpackungsrückständen. Die Verwendung dieses besonderen Brennstoffs hat mehrere Vorteile: zum einen können Abfälle und damit die Entsorgungskosten minimiert werden. Zum anderen wird ein günstiger Brennstoff eingesetzt.

Durch die Nutzung in unserem Holzvergaser entstehen zudem die Produkte erneuerbare Wärme (durch die Holzgas-Verbrennung), Holzkohle und CO2, welche in anderen Anwendungen weiter genutzt werden. Die produzierte Holzkohle wird beispielsweise auf deren Einsatzmöglichkeiten in der Kunststoffindustrie und der Landwirtschaft analysiert. CO2, welches nach der Verbrennung abgeschieden wird, soll in der Kunststoffindustrie als Treibmittel eingesetzt werden.

Für das Projekt wurden Abweichungen am Holzvergaser gegenüber der Serie vorgenommen, wie z.B. eine voll bestückte Gasanalyse, einige zusätzliche Abgänge in der Gasleitung oder der Wegfall des Gasnotfilters. Auch der eingesetzte Container entspricht nicht unserem Standard-V4.50-Container: Er ist so groß ausgeführt, dass alle Anlagenkomponenten, wie z. B. Holzpelletspeicher, Fördertechnik, Raumlüftung oder Kühlkreislauf Platz finden. Sogar die Fackel und das Wartungszubehör können während des Transports innen verstaut werden. Damit kann die komplette Anlage einfach und kostengünstig transportiert werden und der Wiederaufbau am nächsten Standort kann vergleichsweise schnell vonstattengehen.

Vor der Auslieferung Ende Juli wurde die gesamte Containeranlage in Mühlhausen warm in Betrieb genommen. Hierzu durften wir Vertreter der Universität Bozen, die den Betrieb am ersten Standort in Italien begleiten, willkommen heißen.

Während der 4-jährigen Projektdauer wird die Anlage erst in Italien, dann in Griechenland und zuletzt in Polen betrieben. Wir kümmern uns um die Transporte zu den verschiedenen Standorten, sowie um die Aufstellung und Inbetriebnahme und weisen das Bedienpersonal vor Ort ein. Natürlich stehen wir auch bei den Testläufen beratend zur Seite.

  • Treffen mit Projektpartner Universität Bozen

  • Blick ins Innere des Containers